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"Alles
begann 1958", erinnert sich Jürgen Wiechmann
an die Zeit, als kaum einer einen eigenen Fernseher,
geschweige denn ein Auto besaß. Damals kam die Leidenschaft
für Tiere. "Ich bin mit zwölf Jahren wie in den Fußballverein
mit all meinen Freunden auch in den Kaninchenzüchterverein
eingetreten."
Heute ist
der 62-Jährige ein erfolgreicher Rassekaninchenzüchter.
Damit hatte er als Kind angefangen, zwischenzeitlich aber
mal zur Geflügelzucht gewechselt.
Das Hobby hat er von zu Hause von den Eltern mit auf den Weg
bekommen - sein Vater war auch schon im Verein aktiv. So
trat Jürgen Wiechmann dem
Zuchtverein "U35 Glückstadt" bei, der seinen
Namen erhielt, weil die Vereine bis heute für jedes
einzelne Bundesland mit Buchstaben und Kennzahlen
durchnummeriert sind.
Dass die Zeit damals noch eine andere war und man sich für
sein Hobby noch mittelschwer anstrengen musste, zeigte sich,
wenn sie zu Ausstellungen oder Veranstaltungen wollten.
"Damals sind wir noch am Wochenende mit mehreren Schülern
mit dem Fahrrad zu den Ausstellungen bis nach Itzehoe oder
auch Uetersen geradelt", erinnert er sich.
1962 ist er dann zusätzlich in den Rassegeflügelzuchtverein
eingetreten und hat seinen Schwerpunkt von da an auf dieses
Hobby gelegt, bekleidete nacheinander die Posten von
Jugendleiter und Kreisjugendleiter.
Nach seiner Lehre bei Temming als Betriebsschlosser hat Jürgen
Wiechmann zunächst im
Ausland gearbeitet und konnte sein Hobby für einige Zeit
lang nicht ausführen. "Ich habe es erst später wieder
aufgenommen", erzählt er.
Auch dann war er in der Vereinsarbeit aktiv, hat wieder Ämter
übernommen. Er war seit den 80er Jahren 16 Jahre lang
Kreisvorsitzenden des Rassegeflügelzuchtvereins und wurde
vor vier Jahren, 2004, Ehren-Kreisvorsitzender des Geflügelzuchtvereins
Steinburg.
"Ich musste vor 15 Jahren allerdings wegen
gesundheitlicher Probleme mit der Geflügelzucht aufhören",
bedauert er. Dies bedeutete jedoch nicht, dass er die
Tierzucht beendete - im Gegenteil.
Er hat sich nämlich wieder seines alten Hobbys, der
Kaninchenzucht erinnert, es wieder aufgenommen und führt es
bis heute erfolgreich weiter.
Die Tierzucht hatte mit der Zeit eine wichtige Funktion in
seinem Arbeitsleben eingenommen. "Die brauchte ich zum
Ausgleich für meinen Beruf als selbstständiger
Kaufmann", sagt er. Und wenn er mal nicht zu Hause oder
auf Dienstreise war, versorgte seine Frau die Tiere.
Heute ist Jürgen Wiechmann
auch Mitglied im Spezialclub der Zwergenzüchter, dem
"Farbenzwergclub U3 - Schleswig-Holstein". Und er
ist auch zweiter Vorsitzender im "Itzehoer
Rassekaninchenzuchtverein U44", sowie Kassierer im
Rassekaninchenzuchtverein U35.
Jürgen Wiechmann hatte
zwischenzeitlich 40 Kaninchen von der Sorte
"Hermelin" und "Rotauge", "Zwerge
low, farbig" - kleine, possierliche Tierchen, bauchig,
mit sechs Zentimeter langen Ohren, ganz weiß oder gescheckt
und mit roten Augen.
In seinem Stall sitzen bis zu 40 Tiere, auf Heu und Stroh
gebettet, denen auch der Winter nichts ausmacht. Viel mehr
sind sie von der regelmäßigen Pflege abhängig.
"Jeden Tag muss ich sie sauber halten, gebe ihnen
Futter und frisches Wasser. Dann fühlen sie sich
wohl", freut er sich.
Die Tiere werden von den Richtern bei den Schauen nach
vielschichtigen Kriterien bewertet. Das allerdings in seinem
Fall recht erfolgreich, ist er doch Vereinsmeister aller
Klassen.
Die Zuchtsaison fängt im Februar an. Regelmäßig nimmt er
mit ihnen an der jährlichen Europaschau vom Zwergenclub in
Nijmegen teil. Bei dem großen Treffen mit 150 Züchtern
werden über 600 Tiere gezeigt. Nicht ohne Stolz erzählt Jürgen
Wiechmann, dass er beim
letzten Mal für das "Beste Tier der Schau"
ausgezeichnet wurde.
Inzwischen hat er das Hobby auch erfolgreich an seine Kinder
weiter gegeben. So sind zwei seiner drei Kinder Mitglied im
Kaninchenzuchtverein und: "Meine Tochter ist ebenso
erfolgreich wie ich", freut er sich fast noch mehr als
über seine eigenen Erfolge.
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